Aktueller Call for Papers

Fachdidaktik Deutsch und Mathematik: Theoretische Analysen, empirische Ergebnisse und aktuelle Entwicklungen

Call for Papers für ein Heft mit Themenschwerpunkt Fachdidaktik Mathematik und Deutsch in der Online Zeitschrift DIDACTICUM der Pädagogischen Hochschule Steiermark

Herausgeber:
Konstanze Edtstadler, Pädagogische Hochschule Steiermark
Karl-Heinz Graß, Pädagogische Hochschule Steiermark

Die Ausgabe 2022 der Online Zeitschrift DIDACTICUM der Pädagogischen Hochschule Steiermark hat zum Ziel, fachdidaktische Beiträge aus den Disziplinen Deutsch und Mathematik frei zugänglich zu publizieren, um dadurch aktuelle fachdidaktische Entwicklungen dieser Fächer einer breiten Gruppe an Interessierten zugänglich zu machen. Fokussiert werden sowohl deutsch- als auch mathematikdidaktische Originalbeiträge mit folgenden Schwerpunkten:

Mathematikdidaktik

Seit Jahrzehnten ist die Psychologie eine der zentralsten Bezugsdisziplinen der Mathematikdidaktik. In den letzten beiden Dekaden wurden zur Untersuchung mathematikdidaktischer Fragestellungen vermehrt psychologische Theorien und Modelle herangezogen. Beispielsweise wurden zum besseren Verständnis, wie Kinder Zahlen denken, in welcher Modalität sie repräsentiert werden und wie damit operiert wird, bildgebende Verfahren (z. B. die funktionelle Magnetresonanztomographie) eingesetzt. Durch diese Entwicklung wurden neben stoffdidaktischen Aspekten verstärkt auch kognitive Verarbeitungsprozesse fokussiert, wodurch sich neue Erkenntnisse zu den Lernprozessen ergaben. Durch diese Ergebnisse stellt sich die Frage nach der spezifischen Rolle der Psychologie für die mathematikdidaktische Forschung. In welchen Bereichen der mathematikdidaktischen Forschung haben psychologische Ansätze bereits jetzt besonders hohen Einfluss? Inwiefern sind solche Ansätze hilfreich und nützlich, um konkrete mathematikdidaktische Fragestellungen zu beantworten, welche Rolle haben diese Ergebnisse für die Praxis, wie werden sie für die Praxis sichtbar, und wo liegen die Grenzen?

In diesem Heft sollen einerseits originale empirische Forschungsarbeiten dargestellt werden, die psychologische Theorien oder Modelle heranziehen, um mathematikdidaktische Fragestellungen zu untersuchen. Andererseits sind Beiträge wünschenswert, die Ergebnisse der Neuro- und Kognitionspsychologie fokussieren, diese hinsichtlich ihrer Rolle für die Praxis aufarbeiten, Ableitungen zur praktischen Umsetzung aufzeigen und theoretisch diskutieren. Insbesondere Arbeiten zur theoretischen Analyse von Materialhandlungen sind dabei willkommen.

Die Ausgabe ist offen für Beitrage von Autorinnen und Autoren aus beiden Disziplinen (Psychologie und Mathematikdidaktik), sofern die Studien im Kern mathematikdidaktische Fragen ansprechen. Besonders willkommen sind Studien, die einerseits aus einer disziplinären Perspektive seit längerem in der Mathematikdidaktik intensiv beforscht wurden und in denen in jüngerer Vergangenheit zusätzlich psychologische Erklärungsansätze und -modelle zur Aufklärung herangezogen wurden sowie andererseits Arbeiten, die Ergebnisse aus der Neuro- und Kognitionspsychologie aufgreifen und praxisnahe Ableitungen diskutieren. In allen Studien soll jeweils explizit herausgestellt werden, ob und in welcher Hinsicht psychologische Theorien und Modelle zu einem besseren Verständnis des Untersuchungsgegenstandes beitragen, und wo sich Grenzen zeigen.

Deutschdidaktik

Beginnend mit dem Schuleingangsscreening über die Informelle Kompetenzmessung bzw. IKM plus bis hin zur Reife- und Diplomprüfung Deutsch erfährt die Deutschdidaktik eine zunehmende Kompetenzorientierung, aber auch Standardisierung. In diesem Zusammenhang ist es wünschenswert und notwendig, die Gestaltung des Unterrichts evidenzbasiert anzulegen. Dieser Evidenzbasierung sollten der Einsatz testabhängiger und testunabhängiger Verfahren und/oder der Rückgriff auf vorhandene Ergebnisse und Modelle vorausgehen. Dabei ist zu beobachten, dass manche Kompetenzbereiche, wie etwa das Lesen oder Rechtschreiben, bereits verstärkt in Forschung und Entwicklung fokussiert wurden und werden, während für andere Kompetenzbereiche, wie etwa das Zuhören und Sprechen, vergleichsweise wenig Verfahren, Ergebnisse und/oder Modelle vorliegen.

In diesem Heft sollen daher Forschungsarbeiten und Entwicklungsprojekte aus der Deutschdidaktik (Sprach-, Literatur- und Mediendidaktik) in der Elementar- und Primarstufe sowie Sekundarstufe dargestellt werden, die einen Beitrag zur Evidenzbasierung aus theoretischer und praktischer Sicht leisten.  Dabei sind sowohl empirische Beiträge (qualitativ und quantitativ), gerne auch mit interdisziplinärem Bezug oder innovativem Forschungsdesign (z.B. Learning-Analytics-Methoden), als auch konzeptive Beiträge, die vor dem Hintergrund etablierter Modelle und/oder vorhandener Daten verfasst werden. Außerdem sind Beiträge aus der Praxis erwünscht, die die konkrete Umsetzung der Evidenzbasierung vorstellen und diskutieren.

Vorgehen

Titel und Abstracts (max. 400 Wörter) sollten bis spätestens 15.06.2021 per Email bei Karl-Heinz Graß (karl1.grass@phst.at) für mathematikdidaktische Beiträge bzw. bei Konstanze Edtstadler (konstanze.edtstadler@phst.at) für deutschdidaktische Beiträge eingereicht werden. Das Abstract sollte den theoretischen Hintergrund, die Forschungsfrage, die Methode sowie empirische Ergebnisse (ggf. vorläufig) beinhalten. Für mathematikdidaktische Arbeiten soll der Bezug zu psychologischen Theorien/Modellen explizit benannt werden. Bei deutschdidaktischen Arbeiten sollen die im Fokus stehenden Kompetenzbereiche genannt werden.

Die Einladung der ausgewählten Beiträge durch die Herausgeber erfolgt im Juni 2021. Die Manuskripte sind dann bis zum 10.09.2021 fertigzustellen. Das Heft wird im Mai 2022 erscheinen.

Zeitplan

04/2021 Call for Papers
06/2021 Frist für Einreichung der Abstracts
06/2021 Zusammenstellung der Beitragsvorschläge, Einladung der Beiträge

09/2021 Beitragseinreichung, Versand an Gutachter
11/2021 Ende 1. Reviewphase
01/2022 Ende 1. Überarbeitungsphase, Versand an Gutachter
03/2022 Ende 2. Reviewphase, endgültige Entscheidung
04/2022 Fertigstellung aller Beiträge und des Editorials
05/2022 Erscheinen des Themenhefts