Aktueller Call for Papers

Themenschwerpunkt 2020: „Klimawandel – Vom Reden zum Handeln“[1]

Impuls: Wir leben in einer Gesellschaft, die an ihre ökologischen Grenzen gestoßen ist bzw. diese bereits überschritten hat und unter dem Begriffshorizont des „Konsumdispositivs“ ihre materiellen, sozialen und emotionalen Bedürfnisse über Angebote des profitorientierten Marktsystems befriedigt. Bis dato zeigte die Erfahrung, dass Wissen durch unsere Abhängigkeit von der kulturellen Lebensrealität nicht automatisch auch entsprechende Handlungen generiert, die Verantwortung für eine sozial-ökologische Transformation wird dabei häufig den Konsumierenden zugeschrieben. Zudem bleibt offen, inwieweit der Begriff der Nachhaltigkeit nicht nur als wirtschaftlicher Motor für die Aufrechterhaltung der Konsumgesellschaft eingesetzt wird, sprich Nachhaltigkeitsdiskurse in die Profitlogik des Konsumdispositivs eingebracht werden. (vgl. Sorgo, 2011)[2]

Aktuell zeigt der Einfluss der Corona-Krise Auswirkungen auf routinisierte Konsumhandlungen im Alltag. Inwieweit dabei etabliertes Konsumverhaltens nachhaltig in Richtung bessere Klimaverträglichkeit transformiert wird, bleibt abzuwarten.

 

Themenschienen:

1) Kann eine Naturkatastrophe unseren Wohlstand stark verändern? – Die Auswirkungen des Klimawandels und von extremen Ereignissen auf Wohlstand und wirtschaftliche und soziale Entwicklung stehen im Fokus dieses Themenfeldes. Dabei sollen u.a. (alternative) Ansätze der sozioökonomischen Bildung in die Diskussion einfließen.

2) Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) – Das interdisziplinäre Konzept BNE wurde ab den 1990er Jahren schrittweise in den Schulunterricht eingeführt und wird von den Vereinten Nationen weiterhin stark unterstützt, zuletzt durch die Initiative “ESD 2030”. Der Themenschwerpunkt beschäftigt sich mit aktuellen Chancen und Herausforderungen der BNE, alternativen Herangehensweisen und lädt bewusst Beiträge aus unterschiedlichen Fachdidaktiken ein.

3) Klimawandel-Wirtschaft – Dieser Themenschwerpunkt möchte das Wirkungsgefüge zwischen klimatischen Faktoren bzw. dem Klimawandel und dem wirtschaftenden Menschen diskutieren. Unter anderem soll gefragt werden, wie Klimawandel und wirtschaftliche Entwicklung sich gegenseitig bedingen und beeinflussen. Das Paradigma des wirtschaftlichen Wachstums soll dabei hinterfragt werden und Sichtweisen aus dem Bildungsbereich mit eingebracht werden.

4) Bewusstseinsbildung, Medien- und Öffentlichkeitsarbeit für den Klimaschutz – Klare, umfassende Information und Bewusstseinsbildung unterstützen das Vorhaben, Konsument*innen als Multiplikator*innen für ein klimabewusstes Handeln zu gewinnen. Neben Medien, politischen Entscheidungsträger*innen, NGOs, Wissenschaftler*innen etc. stehen auch Pädagog*innen im Fokus der Verantwortung. Wie kann man dieser im Bildungsbereich gerecht werden? Und was bedeutet dies für den konkreten Unterricht?

5) Nachhaltige und klimaverträgliche Konsumhandlungen – Wie lässt sich etabliertes Konsumverhalten langfristig in Richtung klimaverträgliche Produktauswahl transformieren? Kritisch-reflexive und handlungsorientierte Lehr- und Lernprozesse aus Theorie und Praxis sollen vorgestellt bzw. diskutiert werden.

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Das didacticum Editorial Board lädt Sie mit diesem Call for Papers herzlich ein, Ihre fachlichen und fachdidaktischen Sichtweisen und Herangehensweisen zu einem der fünf Themenschwerpunkte einzubringen. In diesem Sinne werden sowohl systematische Literaturarbeiten, theoretische Beiträge, Artikel auf dem Hintergrund verschiedener Arten empirischer Zugänge, als auch praktische Unterrichts- und Best Practice-Beispiele aus dem Bildungsbereich angenommen.

 

Das Team des didacticum Editorial Boards freut sich auf Ihren Abstract und Beitrag!

V.i. S. d. P. für die Ausgabe 2020:

HS-Prof. Dr. Kowasch Matthias, Mag.a Rechberger Daniela und Prof.in Mag.a Dr.in Waldner Ines

 

Hinweise für Autor*innen:

Bitte melden Sie uns bis spätestens 12. Juni 2020 an didacticum@phst.at mit einem aussagekräftigen Abstract (~300 Wörter, Deutsch oder Englisch) zurück, welchen Beitrag Sie veröffentlichen möchten. Die Abstracts werden vom Herausgeber*innen-Team der Ausgabe begutachtet und einem Auswahlverfahren unterzogen. Die Rückmeldung über akzeptierte Beiträge erfolgt bis Anfang Juli 2020.

Vollständig ausgearbeitete Artikel sind bis spätestens 28. September 2020 an didacticum@phst.at zu übermitteln und werden nach den Standards des Peer-Reviews begutachtet. Die Ausgabe erscheint voraussichtlich Ende Dezember 2020 in online-Form.

 

[1] in Korrespondenz zur gleichnamigen Workshop-Serie aus der Reihe „Wirtschaft geht uns alle an!“, November 2020 an der PHSt

[2] Sorgo, Gabriele (2011): Das Konsumdispositiv. Warum wir nicht anders handeln, obwohl wir es besser wissen. In: Sorgo, G. (Hg.in): Die unsichtbare Dimension. Bildung für nachhaltige Entwicklung im kulturellen Prozess. Wien: Forum Umweltbildung, S. 107-124.